Wer mit einer Infrarotheizung heizt oder darüber nachdenkt, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Wie viel Strom verbraucht das eigentlich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn der tatsächliche Verbrauch hängt immer von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind vor allem die Raumgröße, die Leistung der Heizung, die Dämmung des Gebäudes und die Nutzungsdauer. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die Wattzahl zu schauen, sondern den Bedarf etwas genauer einzuordnen.
Mit einem Rechner bekommst du dafür einen schnellen ersten Überblick. Er ersetzt keine genaue Wärmebedarfsberechnung, hilft dir aber dabei, den jährlichen Stromverbrauch grob abzuschätzen und die Leistung deiner Infrarotheizung besser einzuordnen.
Stromverbrauch Infrarotheizung: Online-Rechner
Mit dem folgenden Rechner kannst du deinen ungefähren Stromverbrauch pro Jahr ermitteln. Du gibst dafür einfach die Raumgröße, die Wattzahl der Infrarotheizung und die Dämmqualität des Gebäudes ein. Daraus wird ein realistischer Näherungswert berechnet. Zusätzlich zeigt dir der Rechner, wie viel Strom die Heizung pro Stunde bei voller Leistung verbraucht.
Das ist besonders praktisch, wenn du schnell einschätzen möchtest, ob eine vorhandene Heizung zu deinem Raum passt oder wie sich unterschiedliche Leistungen auf den späteren Verbrauch auswirken könnten.
Stromverbrauch einer Infrarotheizung berechnen
Berechne mit wenigen Angaben einen ungefähren Jahresverbrauch deiner Infrarotheizung. Zusätzlich siehst du, wie viel Strom die Heizung pro Stunde bei voller Leistung verbraucht.
Eingaben
Ergebnis
Wichtig: Das Ergebnis ist ein Richtwert. Der tatsächliche Verbrauch kann abweichen, zum Beispiel durch hohe Decken, große Fensterflächen, häufiges Lüften, kalte Außenwände oder eine höhere Wunschtemperatur im Raum.
Ungefährer Stromverbrauch als Tabelle
Auch ohne Rechner lässt sich der Stromverbrauch grob einordnen. Dabei gilt: Je besser ein Raum oder eine Wohnung gedämmt ist, desto weniger Energie muss die Infrarotheizung aufbringen. In älteren Gebäuden ohne gute Dämmung steigt der Bedarf spürbar. Die folgende Tabelle zeigt typische Orientierungswerte für den jährlichen Stromverbrauch bei Nutzung als Hauptheizung.
| Wohnfläche | Neubau / gut gedämmt | Durchschnittlich gedämmt | Altbau / schwach gedämmt |
|---|---|---|---|
| 20 m² | ca. 700 kWh/Jahr | ca. 1.500 kWh/Jahr | ca. 2.800 kWh/Jahr |
| 30 m² | ca. 1.050 kWh/Jahr | ca. 2.250 kWh/Jahr | ca. 4.200 kWh/Jahr |
| 50 m² | ca. 1.750 kWh/Jahr | ca. 3.750 kWh/Jahr | ca. 7.000 kWh/Jahr |
| 70 m² | ca. 2.450 kWh/Jahr | ca. 5.250 kWh/Jahr | ca. 9.800 kWh/Jahr |
| 100 m² | ca. 3.500 kWh/Jahr | ca. 7.500 kWh/Jahr | ca. 14.000 kWh/Jahr |
Die Tabelle zeigt ziemlich deutlich, worauf es ankommt: Nicht die Heizung allein entscheidet über den Verbrauch, sondern vor allem das Gebäude. Eine Infrarotheizung in einem gut gedämmten Raum verhält sich völlig anders als dieselbe Heizung in einem zugigen Altbauzimmer.
Wie viele Watt pro Quadratmeter sollte man einrechnen?
Für eine erste Orientierung wird häufig mit Watt pro Quadratmeter gerechnet. Das ist kein exakter Planungswert, aber ein brauchbarer Ausgangspunkt. Im Alltag haben sich grob diese Bereiche bewährt:
- Gut gedämmter Neubau: etwa 40 bis 60 Watt pro m²
- Durchschnittlich gedämmtes Gebäude: etwa 60 bis 80 Watt pro m²
- Älterer oder schwach gedämmter Altbau: etwa 90 bis 120 Watt pro m²
Ein Beispiel: Hat dein Raum 20 m² und ist durchschnittlich gedämmt, landet man oft bei rund 1.200 bis 1.600 Watt Heizleistung. In einem sehr gut gedämmten Raum kann deutlich weniger genügen. In einem älteren Gebäude kann derselbe Raum dagegen mehr Leistung benötigen.
Diese Faustformel hilft dir dabei, ein erstes Gefühl für die passende Dimensionierung zu bekommen. Sie ersetzt aber keine genaue Berechnung, wenn du eine Infrarotheizung als dauerhafte Hauptheizung für mehrere Räume einsetzen möchtest.
Infrarotheizung als Hauptheizung oder als Zusatzheizung
Ob eine Infrarotheizung viel oder wenig Strom verbraucht, hängt auch stark davon ab, wie du sie nutzt. Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied.
Als Zusatzheizung kann sie sehr sinnvoll sein. Zum Beispiel im Bad, im Gästezimmer, im Homeoffice oder in selten genutzten Räumen. Dann läuft sie nur zeitweise und sorgt schnell für angenehme Strahlungswärme. In solchen Fällen bleibt der Stromverbrauch oft überschaubar.
Anders sieht es aus, wenn die Infrarotheizung als Hauptheizung genutzt wird. Dann muss sie über längere Zeiträume die komplette Heizlast abdecken. Das funktioniert vor allem in gut gedämmten Gebäuden deutlich besser als in älteren Häusern mit hohem Wärmeverlust. Je schlechter die Gebäudehülle, desto länger läuft die Heizung und desto höher fällt am Ende der Stromverbrauch aus.
Faustregel: In gut gedämmten Räumen kann eine Infrarotheizung als Hauptheizung durchaus funktionieren. In unsanierten Altbauten wird sie dagegen oft teuer, wenn sie den kompletten Wärmebedarf allein decken soll.
Übersicht über mögliche Stromkosten
Am Ende ist nicht nur der Verbrauch in Kilowattstunden interessant, sondern vor allem die Frage: Was kostet das in Euro? Dafür musst du den jährlichen Stromverbrauch einfach mit dem Strompreis pro Kilowattstunde multiplizieren.
Da die Strompreise schwanken können, lohnt sich ein Blick auf verschiedene Rechenbeispiele. So siehst du nicht nur, wie die Kosten heute ungefähr aussehen können, sondern auch, wie empfindlich sie auf steigende Preise reagieren.
| Jährlicher Verbrauch | bei 0,30 €/kWh | bei 0,40 €/kWh | bei 0,50 €/kWh |
|---|---|---|---|
| 1.000 kWh | 300 € | 400 € | 500 € |
| 2.000 kWh | 600 € | 800 € | 1.000 € |
| 3.500 kWh | 1.050 € | 1.400 € | 1.750 € |
| 5.000 kWh | 1.500 € | 2.000 € | 2.500 € |
| 7.500 kWh | 2.250 € | 3.000 € | 3.750 € |
Hier sieht man ziemlich klar, warum die Dämmung so wichtig ist. Selbst ein Unterschied von wenigen tausend Kilowattstunden im Jahr macht bei Stromheizungen schnell einen großen Betrag aus. Wenn der Strompreis steigt, steigen die Heizkosten direkt mit.
Gerade deshalb solltest du bei einer Infrarotheizung nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen, sondern immer auch auf den zu erwartenden Verbrauch im Alltag. Was auf den ersten Blick simpel wirkt, kann auf Dauer günstig oder eben recht teuer sein – je nachdem, in welchem Gebäude die Heizung eingesetzt wird.
Heizen mit Strom: Diese Möglichkeiten gibt es
Die Infrarotheizung ist nur eine von mehreren Arten, mit Strom zu heizen. Je nach Gebäude, Nutzungsverhalten und gewünschtem Komfort kommen unterschiedliche Systeme infrage.
- Infrarotheizung: Gibt überwiegend Strahlungswärme ab. Sie eignet sich gut für einzelne Räume, punktuelles Heizen und bestimmte gut gedämmte Bereiche.
- Elektrische Direktheizung / Konvektor: Erwärmt vor allem die Luft. Das geht schnell, wirkt aber oft etwas weniger angenehm als Strahlungswärme.
- Elektrische Fußbodenheizung: Wird oft als Zusatzheizung genutzt, etwa im Bad. Für große Flächen als Hauptheizung ist sie stark vom Gebäudezustand abhängig.
- Nachtspeicherheizung: Ein älteres System, das Strom zu bestimmten Zeiten speichert. Technisch gibt es hier einige Besonderheiten, wirtschaftlich ist das oft nicht die eleganteste Lösung.
- Wärmepumpe: Ebenfalls eine Stromheizung, aber mit einem ganz anderen Prinzip. Sie nutzt Umweltwärme und arbeitet deutlich effizienter als klassische Direktstromheizungen.
Der entscheidende Unterschied ist simpel: Nicht jede Stromheizung setzt Strom gleich effizient in nutzbare Wärme um. Eine Infrarotheizung kann für bestimmte Räume sehr passend sein, ist aber nicht automatisch in jeder Wohnsituation die beste Wahl. Wer einen einzelnen Raum schnell und gezielt beheizen will, fährt oft anders als jemand, der ein ganzes Haus dauerhaft beheizen möchte.

