Der eigene Körper lässt sich nicht in eine einzige Schublade stecken – und trotzdem kann es hilfreich sein, die eigenen Proportionen besser zu verstehen. Ein Figurtyp-Rechner bietet dafür eine einfache Orientierung: Er schaut nicht auf „Größe“ oder „Gewicht“, sondern auf das Verhältnis von Schultern, Brust, Taille und Hüfte. Genau dieses Verhältnis kann dir bei Kleidung, Training und auch beim Blick auf Gesundheitsthemen (z. B. Fettverteilung) eine Menge Klarheit geben.
Rechner: A-, H-, O-, V- oder X-Typ?
Hier findest du den Rechner, in den du deine Umfänge in Zentimetern einträgst. Er ordnet dich anschließend einem der fünf Figurtypen zu oder zeigt „Mischform“, wenn deine Werte nicht eindeutig in eine Kategorie passen.
Figurtyp-Rechner
Gib deine Umfänge ein – Ergebnis sofort.
Tipps zur Messung der für den Rechner benötigen Körpermaße
- Nutze ein weiches Maßband: Ein Schneidermaßband ist ideal. Ein starres Band verfälscht schneller.
- Miss auf nackter Haut oder über dünner Kleidung: Dickere Stoffe addieren schnell ein bis zwei Zentimeter.
- Stehe entspannt: Gerade stehen, normal atmen, nicht den Bauch einziehen und nicht „Brust raus“ drücken.
- Schulterumfang (S): Maßband rund um den Bereich, wo deine Schulterlinie am breitesten wirkt (meist oberhalb der Brust, über die Schulterpartie).
- Brustumfang (B): Über die stärkste Stelle der Brust, Maßband waagerecht führen.
- Taillenumfang (T): An der schmalsten Stelle des Rumpfs messen. Falls du keine klare „schmalste Stelle“ spürst: etwa auf Höhe zwischen unterem Rippenbogen und Beckenkamm.
- Hüftumfang (H): Über die breiteste Stelle von Hüfte/Po messen, meist deutlich unterhalb des Beckenkamms.
- Wiederhole jede Messung: Ein zweites Mal messen und den Mittelwert nehmen reduziert Zufallsfehler.
Die 5 Körpertypen bei Frauen
Figurtypen sind keine Bewertung, sondern eine Beschreibung von Proportionen. Zwei Frauen können denselben Typ haben und trotzdem völlig unterschiedlich aussehen – etwa durch Körpergröße, Muskelmasse, Brustform oder Fettverteilung. Trotzdem helfen die Kategorien, typische Muster zu erkennen und pragmatische Entscheidungen zu treffen: Welche Schnitte sitzen oft besser? Wo lohnt sich Muskelaufbau besonders? Und welche Gesundheitsmarker sollte man bei bestimmten Fettverteilungen etwas genauer im Blick behalten?
A-Typ
Beim A-Typ ist die Hüfte im Verhältnis ausgeprägter als Schultern oder Brust. Viele erleben, dass Gewicht zuerst an Po und Oberschenkeln „ankommt“ und zuletzt dort wieder verschwindet. Das ist nicht automatisch schlecht – im Gegenteil: Fett an Hüfte/Beinen ist im Schnitt metabolisch weniger „aktiv“ als Fett im Bauchraum. Praktisch heißt das: Wenn du abnehmen willst, lohnt sich Geduld. Die Körpermitte wird oft früh schlanker, während Hüfte/Beine länger brauchen. Krafttraining für Oberkörper (Rücken, Schultern) kann die Silhouette zusätzlich ausbalancieren, ohne dass du „breit“ wirst.

H-Typ
Der H-Typ wirkt geradlinig: Schulter, Brust und Hüfte sind ähnlich, die Taille ist weniger ausgeprägt. Viele H-Typen profitieren stark von Muskelaufbau, weil zusätzliche Muskulatur schnell Form gibt – besonders an Gesäß, Rücken und Schultern. Beim Thema Gewicht ist häufig weniger die „Problemzone“ entscheidend, sondern die Gesamtenergie-Bilanz: kleine, konstante Änderungen im Alltag (Schritte, Protein, Schlaf) wirken hier oft besonders verlässlich. Wenn du mit Diäten schon öfter „an die Wand“ gelaufen bist, kann ein ruhigerer Ansatz mit moderatem Defizit und Krafttraining deutlich besser funktionieren als harte Einschnitte.

O-Typ
Beim O-Typ ist die Taille im Verhältnis der größte Umfang. Das kann schlicht deine natürliche Form sein – es kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass Fett bevorzugt im Bauchraum gespeichert wird. Das ist der Punkt, an dem Gesundheit und Figurtyp sich am ehesten berühren: Bauchfett reagiert oft sensibel auf Schlafmangel, chronischen Stress, Alkohol, zu wenig Bewegung und stark verarbeitete Lebensmittel. Gute Nachrichten: Genau dieses Fett spricht häufig gut auf Veränderungen an. Ein Mix aus Alltagsbewegung (viel Gehen), Krafttraining und einer Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Gemüse, Ballaststoffen und „echten“ Lebensmitteln ist hier meist effektiver als extreme Diäten. Zusätzlich lohnt sich, regelmäßig Blutdruck, Nüchternblutzucker und Blutfette zu prüfen – nicht aus Angst, sondern als nüchterne Standortbestimmung.

V-Typ
Beim V-Typ sind Schultern im Verhältnis breiter als die Hüfte. Häufig sitzt Gewicht eher im Oberkörper oder an der Körpermitte, während Beine und Hüfte schlanker bleiben. Praktisch kann das heißen: Krafttraining für Beine und Gesäß bringt nicht nur Stabilität, sondern auch optisch Balance. Ernährungstechnisch ist der V-Typ oft dankbar für klare Strukturen: ausreichend Protein pro Mahlzeit, ein stabiler Tagesrhythmus, und nicht zu viele „liquide Kalorien“ (z. B. süße Getränke). Wenn du dich schnell „aufgeschwemmt“ fühlst, kann es helfen, Salz- und Kohlenhydratmengen nicht wild schwanken zu lassen – der Körper speichert Wasser nämlich gern im Oberkörper, wenn alles sehr unregelmäßig ist.

X-Typ
Beim X-Typ sind Schultern und Hüfte ähnlich, die Taille deutlich schmaler. Viele X-Typen haben eine Proportionsverteilung, die schnell „kurvig“ wirkt – unabhängig vom Gewicht. Das kann sich toll anfühlen, kann aber auch frustrierend sein, wenn du bei kleinen Gewichtsschwankungen das Gefühl hast, dass sich sofort etwas verändert. Hier hilft ein nüchterner Blick: Das ist oft Wasserhaushalt, Zyklus, Verdauung – nicht automatisch Fettaufbau. Fürs Gewichthalten funktionieren meist die Klassiker: ausreichend Eiweiß, viel Gemüse/Obst, regelmäßiges Training (Kraft plus Ausdauer) und genug Schlaf. Bei Abnehmzielen ist ein moderates Defizit sinnvoll, damit die Taille ihre Form behält und nicht durch Muskelverlust „weicher“ wirkt.

Häufig gibt es Mischformen
Die meisten Menschen sind keine Lehrbuch-Grafik. Du kannst beispielsweise zwischen A und X liegen oder eine V-Tendenz haben, aber mit einer relativ geraden Taille eher Richtung H gehen. Dazu kommt: Der Körper verändert sich. Schwangerschaft, Stillzeit, hormonelle Umstellungen, Krafttraining, Gewichtsabnahme, Stressphasen – all das kann Proportionen verschieben. Wenn der Rechner „Mischform“ ausgibt, ist das kein „Fehler“, sondern eher ein Hinweis darauf, dass dein Körper eben nicht in ein simples Raster passt. Nutze das Ergebnis dann als Startpunkt: Schau, welche Aussagen sich für dich stimmig anfühlen, und ignoriere den Rest.
Hintergrundinfo zum Online-Rechner: So funktioniert der Rechenweg
Der Rechner arbeitet mit vier Umfängen, die du in Zentimetern eingibst: Schulterumfang (S), Brustumfang (B), Taillenumfang (T) und Hüftumfang (H). Anschließend vergleicht er diese Werte über einfache Verhältnisrechnungen. Wichtig: Es geht nicht um „groß“ oder „klein“, sondern um die Proportionen.
Der Rechner prüft die Figurtypen immer in dieser Reihenfolge: O → X → V → A → H. Sobald eine Regel passt, wird dieser Typ ausgegeben. Wenn keine Regel eindeutig greift, lautet das Ergebnis „Mischform / nicht eindeutig“.
Die Regeln im Überblick
O-Typ (rundlich)
Zuerst wird geprüft, ob die Taille der größte Umfang ist:
T ≥ S und T ≥ B und T ≥ H.
X-Typ (Sanduhr)
Dieser Typ setzt eine deutlich schmalere Taille voraus und ähnliche Maße bei Schulter und Hüfte:
H / (S + B) ≤ 0,75T / H ≤ 0,75- Schulter ≈ Hüfte: Schulter- und Hüftumfang dürfen höchstens um ca. 5 % voneinander abweichen.
V-Typ (oben betont)
Die Schultern sind deutlich breiter als die Hüfte:
S / H ≥ 1,05.
A-Typ (unten betont)
Die Hüfte ist deutlich ausgeprägter als Schulter oder Brust:
H / max(S, B) ≥ 1,05.
Dabei wird also die Hüfte mit dem jeweils größeren Wert aus Schulter oder Brust verglichen.
H-Typ (geradlinig)
Dieser Typ steht für eher gleichmäßige Proportionen und wenig Taillendifferenz:
T / S ≥ 0,75- Ähnliche Umfänge: Schulter, Brust und Hüfte liegen nah beieinander (der kleinste dieser drei Werte ist mindestens 95 % des größten).
Was bedeutet „ähnlich“ konkret?
Wenn der Rechner „ähnlich“ prüft, meint er das mathematisch: Der kleinere Wert muss mindestens 95 % des größeren Werts erreichen (das entspricht etwa einer maximalen Abweichung von rund 5 %).
Hinweis: Viele Körper sind Mischformen. Wenn keine Regel klar passt, ist das Ergebnis „Mischform / nicht eindeutig“ – als ehrliche Orientierung statt einer erzwungenen Zuordnung.
Was bedeutet endomorph, ektomorph und mesomorph beim weiblichen Körperbau?
Neben Figurtypen (A/H/O/V/X) tauchen oft noch drei weitere Begriffe auf: endomorph, ektomorph und mesomorph. Diese Kategorien stammen aus älteren Körperbau-Konzepten und sind nicht als harte Wissenschaft zu verstehen. Als grobe Beschreibung von Tendenzen können sie aber helfen, typische Stolpersteine zu erkennen – vor allem bei Gewicht halten und abnehmen. Wichtig: Du kannst zum Beispiel ein A-Typ sein und gleichzeitig eher endomorphe oder mesomorphe Eigenschaften haben.
Endomorph
Endomorphe Tendenzen bedeuten häufig: Der Körper speichert Energie relativ leicht, Gewicht nimmt schneller zu, und Abnehmen fühlt sich manchmal zäh an. Typisch sind stärkere Schwankungen bei Hunger und Sättigung, vor allem wenn Schlaf und Stress nicht passen.
- Gewicht halten: Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Protein und Ballaststoffe, wenig „Snacken nebenbei“.
- Abnehmen: Moderates Kaloriendefizit statt Crash-Diät, viel Alltagsbewegung (Schritte!), plus Krafttraining 2–4×/Woche.
- Praktischer Hebel: Alkohol und stark verarbeitete, sehr kaloriendichte Lebensmittel sind oft die größten „Hidden Calories“.
Ektomorph
Ektomorphe Tendenzen bedeuten häufig: schlanker Rahmen, Gewichtszunahme fällt schwerer, und bei Stress oder unregelmäßigem Essen rutscht man schnell in zu wenig Energie und zu wenig Protein. Das kann zu Müdigkeit, Heißhunger und Muskelabbau führen, obwohl das Gewicht „okay“ wirkt.
- Gewicht halten: Ausreichend essen, nicht nur „clean“, sondern auch energiedicht genug, wenn du viel unterwegs bist.
- Abnehmen: Wenn überhaupt nötig, sehr vorsichtig und langsam – Fokus auf Training, nicht auf starkes Defizit.
- Praktischer Hebel: Protein und Krafttraining sind Schlüssel, damit der Körper „Form“ entwickelt und stabil bleibt.
Mesomorph
Mesomorphe Tendenzen bedeuten häufig: Der Körper baut vergleichsweise leicht Muskeln auf, reagiert gut auf Training und Veränderungen, und Gewicht lässt sich oft recht stabil steuern – solange die Basics stimmen.
- Gewicht halten: Training beibehalten, Protein und Gemüse als Fundament, Genuss bewusst einplanen statt „entgleiten lassen“.
- Abnehmen: Ein moderates Defizit kombiniert mit Krafttraining funktioniert meist zuverlässig, ohne dass du dich kaputt diäten musst.
- Praktischer Hebel: Kontinuität schlägt Perfektion – kleine Abweichungen sind kein Drama, solange du im Schnitt dranbleibst.

