1.1 Worum es geht
Viele Selbständige setzen ihren Stundensatz nach Bauchgefühl: „Was nehmen die anderen?“ oder „Was wird der Kunde zahlen?“ Das führt oft zu Preisen, die weder Kosten noch Ausfallzeiten abdecken – und am Ende zu zu vielen Projekten bei zu wenig Gewinn. Genau dafür gibt es den kostenlosen Stundensatz-Rechner: In wenigen Minuten berechnest du Mindestwert, Zielwert und einen Tagessatz als Angebots-Anker.
1.2 Warum ein Stundensatz-Rechner sinnvoll ist
Ein sauberer Stundensatz ist kein „Marketing-Preis“, sondern die Grundlage dafür, dass dein Geschäft dich trägt. Wenn du Ausfall, Fixkosten und Rücklagen ignorierst, subventionierst du Projekte – oft ohne es zu merken.
1.3 Typische Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation
- Es wird mit 52 Wochen gerechnet statt realistisch 46–48 Wochen.
- Ausfallzeiten fehlen: Urlaub, Krankheit, Leerlauf, Weiterbildung.
- Fixkosten sind unvollständig: Tools, Versicherungen, Hardware-Reserve.
- Rücklagen für Steuern und Notfälle sind zu knapp angesetzt.
- Es wird in Stunden gedacht, obwohl Kunden Ergebnisse kaufen.
1.4 So funktioniert der Stundensatz-Rechner
Der Stundensatz-Rechner fragt nur wenige, aber entscheidende Werte ab. Daraus berechnet er:
- Mindest-Stundensatz: deine Untergrenze. Darunter zahlst du drauf oder frisst Rücklagen.
- Ziel-Stundensatz: dein Standard. Damit finanzierst du Puffer, Wachstum und schwache Monate.
- Tagessatz: ein praktischer Anker, um Angebote als Pakete zu strukturieren.
1.5 Die fünf Eingaben, die alles entscheiden
- Ziel-Netto pro Monat: was du privat realistisch erreichen willst.
- Fixkosten pro Monat: Tools, Büro, Versicherungen, laufende Kosten.
- Abrechenbare Stunden pro Woche: nicht Arbeitszeit, nur fakturierbar.
- Ausfall-Wochen pro Jahr: Urlaub, Krankheit, Projektlücken.
- Rücklagen und Puffer: konservativ planen, damit es entspannt bleibt.
1.6 Was bedeuten Mindestwert und Zielwert in der Praxis
Der Mindestwert ist nicht „dein Angebotspreis“. Er ist die Grenze, ab der du Nein sagst – ohne Diskussion. Der Zielwert ist dein Standard, mit dem du sauber arbeitest: inklusive Reserve, Wachstum und Luft zum Atmen.
1.7 Beispielrechnung (vereinfacht)
Beispielwerte:
- Ziel-Netto/Monat: 3.500 €
- Fixkosten/Monat: 450 €
- Abrechenbar/Woche: 22 h
- Ausfall/Jahr: 6 Wochen
- Rücklagen/Steuern: 30% · Puffer: 15%
In vielen Fällen liegt der Mindestwert bei so einem Setup grob im Bereich 60–70 €/Std und der Zielwert eher bei 70–80 €/Std (je nach Auslastung und exakten Kosten). Der Punkt ist nicht die perfekte Zahl – der Punkt ist, dass Ausfall und Rücklagen sichtbar werden.
1.8 Warum du deinen Stundensatz regelmäßig prüfen solltest
Kosten steigen, dein Angebot wird besser, deine Zielkunden ändern sich. Ein Check alle drei Monate verhindert, dass du unbemerkt unter deine Untergrenze rutschst.
1.9 Vom Stundensatz zum Angebot: der nächste Schritt
Der Rechner liefert die Basis. Der Hebel entsteht, wenn du daraus ein Angebot machst, das Kunden verstehen: klare Pakete, klare Grenzen, klare Kommunikation. Viele scheitern nicht am Rechnen, sondern an genau dieser Übersetzung.
1.10 Fazit
Ein Stundensatz ist mehr als eine Zahl. Er entscheidet, ob dein Geschäft dich trägt – oder ob du dich durch Projekte „durcharbeitest“. Der Stundensatz-Rechner macht deine Untergrenze sichtbar und hilft dir, einen Standard zu setzen, der Puffer und Wachstum finanziert.

